Selbstliebe – ein Wort, das so oft verwendet wird, und doch so selten wirklich verstanden. Viele verwechseln es mit Egoismus oder Selbstverliebtheit. Dabei ist Selbstliebe etwas ganz anderes: eine liebevolle, respektvolle Beziehung zu dir selbst. Und genau diese Beziehung entscheidet darüber, wie du dich fühlst, wie du denkst – und wie du lebst.
Warum Selbstliebe so wichtig ist
Wenn du dich selbst nicht achtest, suchst du Bestätigung im Außen: durch Erfolg, durch Partner:innen, durch Anerkennung. Und wenn sie ausbleibt? Dann bricht deine Welt zusammen. Ohne ein stabiles Fundament aus Selbstwert und innerer Stärke bist du manipulierbar – durch andere Menschen, durch alte Prägungen, durch gesellschaftliche Erwartungen.
Selbstliebe ist wie eine Schale in dir. Wenn sie gefüllt ist, brauchst du keine ständige Zuwendung von außen. Du bist in dir selbst zu Hause. Doch ist sie leer, suchst du verzweifelt nach Füllung – oft dort, wo du keine findest.
Der Ursprung liegt oft in der Kindheit
Viele von uns haben früh gelernt, sich anzupassen, still zu sein, „lieb“ zu funktionieren. Unsere Bedürfnisse galten als zu viel, zu laut, zu unangebracht. Wir sollten gefallen, nicht auffallen. So wurde aus einem lebendigen Kind ein funktionierender Erwachsener – mit einem tiefen Mangel an Selbstachtung.
Und dieser Mangel wirkt – in Beziehungen, im Job, im Alltag. Du fühlst dich übergangen, kritisiert, unverstanden. Du funktionierst, aber du fühlst dich leer.
Wenn Beziehungen zum Spiegel werden
Ich selbst habe erlebt, wie sich mangelnde Selbstliebe in Beziehungen zeigt. Mein Wunsch nach Nähe war riesig. Ich stellte meine eigenen Bedürfnisse zurück, um geliebt zu werden. Doch je mehr ich gab, desto mehr entfernte sich mein Partner. Ich fühlte mich übersehen, verletzt, allein – und wusste nicht, wie ich aus dieser Spirale herauskomme.
Erst nach dem Ende dieser Beziehung begann ich zu verstehen: Ich hatte mich selbst aufgegeben, um geliebt zu werden. Doch Liebe beginnt bei dir. Nur wenn du dich selbst ernst nimmst, können es auch andere tun.
Was mangelnde Selbstliebe mit dir macht
- Du stellst dich selbst immer hinten an.
- Du suchst ständig Bestätigung von außen.
- Du hast Angst vor Kritik.
- Du kannst schwer Grenzen setzen.
- Du fühlst dich schnell minderwertig oder eifersüchtig.
- Du funktionierst, aber du lebst nicht wirklich.
Und doch, du kannst etwas verändern
Selbstliebe ist lernbar. Und du musst nicht perfekt sein, um dich selbst zu mögen. Es reicht, wenn du beginnst, dir selbst mit Mitgefühl und Neugier zu begegnen. Jeden Tag ein Stück mehr.
Hier ein paar einfache, aber kraftvolle Schritte:
- Zähme deinen inneren Kritiker: Sprich mit dir wie mit einem guten Freund.
- Setze Grenzen: Du darfst Nein sagen – zu anderen und Ja zu dir selbst.
- Pflege deinen Körper: Er trägt dich durchs Leben. Danke ihm dafür.
- Umgib dich mit Menschen, die dir guttun.
- Verzeihe dir: Fehler gehören zum Leben. Sie machen dich menschlich.
- Erkenne deine Erfolge an: Auch die kleinen. Sie sind wichtig.
- Praktiziere Selbstmitgefühl: Besonders, wenn du scheiterst.
- Führe ein Dankbarkeitstagebuch: Es verändert deinen Blick auf dich und dein Leben.
Erste Anzeichen, dass deine Selbstliebe wächst
Du wirst ruhiger. Du vergleichst dich weniger. Du akzeptierst dich mehr. Du brauchst weniger Zustimmung von außen. Du streitest weniger. Du wirst milder – mit dir und mit anderen. Und: Du beginnst, dein Leben wirklich zu leben.
Dein Weg beginnt jetzt
Selbstliebe ist kein Zustand – es ist ein Prozess. Eine Reise zurück zu dir selbst. Und sie lohnt sich. Du wirst sehen: Je mehr du in Verbindung mit dir bist, desto mehr Leichtigkeit, Freude und Tiefe zieht in dein Leben ein.
Vergiss nie: Du bist genug. Genau so, wie du bist. Du verdienst es, gut behandelt zu werden – vor allem von dir selbst.